Die Winterfahrt des Christkindes
Lautlos gleiten dunkle Flocken,
decken zu die Erde sacht,
und mir ist, als hört' ich Glocken,
- Silberglöcklein - in der Nacht.
Höre auch ein Rösslein schnauben,
leise wiehernd kommt's heran,
und zwei Schimmel, flink wie Tauben
traben her auf glatter Bahn.
Auf dem Schlitten, lichtumflossen,
sitzt ein blondes, sanftes Kind;
prächtige Gaben ausgegossen
um den holden Knaben sind.
Puppen fein im bunten Kleide,
Säbel, Trommeln, Speer und Schild,
und der Braven Augenweide,
Bücher reich an Schmuck und Bild.
Und des Christkinds Treugefährte,
Ruprecht, mit bereiftem Bart,
lenkt die windesschnellen Pferde,
leitet stumm die nächt'ge Fahrt.
Eilig fliegt mit Schellensingen
hin der Zug in lichter Pracht,
seine hellen Glöcklein klingen
fern noch durch die Winternacht.
(Volksgut)


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